Archiv der Kategorie: Linux

Mit WATO Hosts einpflegen

Ich hatte ja vorab schon über OMD berichtet, dessen wesentlicher Bestandteil die „Kettner-Fraktion“ bestehend aus check_mk und mk_livestatus ist sowie Multisite und WATO.

Dank OMD braucht man sich nicht mehr um das ganze Zusammenspiel der Gewalten kümmern, beim Erstellen einer Instanz steht das ganze Drumherum um Nagios out of the Box zur Verfügung. Mit WATO Hosts einpflegen weiterlesen

Init-Script für NDO2DB unter Ubuntu/Debian

Bei unserem Nagios-Server müsste ich nach jedem Boot den Dienst NDO2DB neustarten. Eleganter ist allerdings ein Init-Script, wenn es nicht schon von der Paketverwaltung mitgeliefert wird oder in den Sources beigefügt ist:

Man öffnet eine Shell

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Ubuntu 11.04 „Natty Narwhal“

Gestern erschien pünktlich die neueste Ubuntu-Version. „Natty Narwhal“ war im Vorfeld stark in der Diskussion, da angekündigt wurde den Desktop zu erneuern, bzw. auszutauschen.

Dem stark an Windows angelehnten Desktop GNOME wurde nun das Compiz-Plugin Unity drübergelegt. Wie häufig bei Neuerungen spaltet sich die Gemeinde in zwei Lager. So gibt es schon Stimmen, die das Ende von Ubuntu sehen (oder auch hier). Doch so weit wird es meiner Meinung nach aus den folgenden Gründen nicht kommen: Ubuntu 11.04 „Natty Narwhal“ weiterlesen

Samba-Freigabe automatisch mounten

Wenn man ein Samba Share oder eine Windows-Dateifreigabe beim Booten von Linux automatisch mounten möchte, so muss man einen Eintrag in die /etc/fstab vornehmen. Diese Datei wird beim Booten ausgelesen und in Folge dessen die Dateisysteme eingehangen. Ebenso sorgt der Befehl mount -a , dass die /etc/fstab ausgelesen wird und die Filesysteme dementsprechend eingehangen werden (bspw., wenn man die Datei nachträglich noch geändert hat).

Um bei jedem Boot eine Dateifreigabe von Windows oder ein Samba Share einzubinden, trägt man diese Zeile in die Datei ein:

Der Ordner /mnt/mountpoint muss auch wirklich existieren und das System muss das Dateisystem smbfs kennen, sonst schlägt das Einhängen fehl (mount: unbekannter Dateisystemtyp „cifs“). Unter Ubuntu ruft man, falls nicht installiert, folgenden Befehl auf:

Update: bis Ubuntu 10.10 hieß das Paket und das Dateisystem smbfs.

Dateien ohne Kommentare ausgeben

Wenn man ein Problem im Forum postet, wird man häufig nach den Config-Dateien gefragt. Allerdings haben viele Config-Dateien in der Regel erklärende Kommentare enthalten. Um unter Linux/Unix die Dateien ohne Kommentare anzuzeigen, nutzt man diesen Befehl:

grep -Ev „^(#|;)“ beispiel.cfg

grep ist ein Programm, dass den Inhalt von Dateien (oder Datenstreams) auf Muster testen kann. Das obige Muster sagt, dass grep alle Zeilen anzeigen soll, die direkt am Beginn ein # oder ein ; besitzen. Durch den Schalter -v wird es umgedreht: Zeige alle Zeilen, die nicht dem Muster entsprechen.

Dieser Befehl schreibt alles in eine Datei, die dann hochgeladen werden kann.

UNE und Unity

Seit einigen Tagen besitze ich nun einen kleinen Asus EeePC 901. Und Ubuntu möchte gerne wieder rauf, das war eine Bedingung. (Mein alter 701er EeePC ist mir zu klein geworden, er fungiert nun als kleiner Server im Netzwerkschrank.)

Nun habe ich in der Vergangenheit nicht die besten Erfahrungen mit Ubuntu auf einem EeePC gemacht. Die Akkulaufzeit war echt kurz, die Fenster viel zu groß für den schmalen Bildschirm und richtig flüssig und performant lief das Ganze auch nicht. Nun sind diese Angaben sehr subjektiv, aber wer mag, kann ja einfach mal Ubuntu 8.04 auf einem EeePC 701 installieren…

Nun, inzwischen gibt es ja Ubuntu Netbook Edition (früher Ubuntu Netbook Remix). Der Unterschied zum normalen Ubuntu ist vor allem der an Netbooks adressierte Desktop Manager Unity.

Das klassische Menü links oben mit Anwendungen, Orte, System ist verschwunden. Dafür existiert an der linken Seite eine Starterleiste. Nach der Installation finden sich dort der Firefox, Empathy (Chat-Client), Evolution (E-Mail & Organisation), Cheese (Webcam-Tool), Rythmbox (Musicplayer), Ubuntu Software-Center, Arbeitsflächen, Dateien & Ordner, Anwendungen und der Mülleimer. Geöffnete Programme finden sich ebenfalls dort wieder. Welche Programme offen sind, erkennt man in der Leiste an den Pfeilen. Sind mehr Programme offen als die Leiste Platz bieten, beginnt sie die Elemente zu stapeln. Bewegt man die Maus darauf nach oben oder unten, scrollt die Leiste mit. Insgesamt erinnert das stark an Apples Dock nur nicht so ausgereift.

Durch Unity wird bei einer Fenstermaximierung alle Bedienelemente in die obere Leiste verbannt. Somit steht mehr Platz für das eigentliche Fenster zur Verfügung. Bei Evolution scheint das aber noch nicht zu klappen. Ein Maximieren des Fensters ist derzeit nicht möglich.

Was gefällt mir gut? Es erscheint sehr flüssig, die Starterelemente sind schnell griffbereit. Alles, was dort zu finden ist, ist praktisch nur ein bis zwei Mausklicks entfernt. Das System nimmt jeden Befehl unmittelbar an, von der gefühlten Performance bin ich begeistert. Ideal für unterwegs. Optisch wurde es an das „normale“ Ubuntu angepasst – das soll bei früheren Unity-Versionen noch nicht der Fall gewesen sein.

Dagegen habe ich auch einiges zu bemängeln: Das Programm Mutter stürzt ab und an ab. Während dessen baut sich der Desktop mehrfach neu auf. Irgendwann erschien Dateimanager nicht mehr in der gewohnten Optik, sondern in dem platten Design von vor 4 Jahren. Ist man vom Desktop-System gewohnt, alles über die drei Menüs links oben zu erreichen, so muss man nun komplett umdenken. Ich wollte auf die Netzwerkumgebung zugreifen (auf dem 701-Server läuft ein Samba) und fand „Verbinden mit Server“ o.ä. einfach nicht. Es sind zwar Unmengen Verweise auf „Verbinde dich mit Freunden“, „Verbinde dich mit Ubuntu“, aber das naheliegendste bei einem Netbook wurde ignoriert. Immerhin ist das lokale LAN wahrscheinlich die Hauptsammelstelle für Medien.
(achso: man geht einfach auf „Dateien & Ordner“, klickt auf irgendeinen Ordner, dann erscheint links oben ein Ordnersymbol. Darüber öffnet man den Dateimanager. Sobald er in der Starterleiste ist, wird er mit Rechtsklick und „Im Startmenü behalten“ dauerhaft in der linken Leiste angezeigt. Dort gelangt man auch auf das Netzwerk.)

 

Fazit: Insgesamt ist die Ubuntu Netbook Edition gelungen. Ubuntu besitzt schon eine große Fangemeinde, wer dann nicht auf dem Netbook darauf verzichten will, ist mit der UNE gut beraten. Im übrigen wird ab Version 11.04 (Natty Narwhal) Unity standardmäßig auf dem Desktop eingesetzt. Man soll wohl die Wahl bei der Anmeldung zwischen der Classic- und Unity-Variante haben.

Ubuntu – DIE Alternative zu Microsoft Windows

Ubuntu Weihnachten Der Computer wird mehr und mehr zu einer essenziellen Grundlage unseres täglichen Lebens. E-Mails lesen und schreiben, im Internet surfen, (Urlaubs-)Bilder bearbeiten und ausdrucken, mit Freunden chatten, Texte schreiben und speichern, Haushaltskasse überwachen, Steuererklärung machen, Weihnachtsgeschenke ersteigern, Bücher und DVDs bestellen, MP3-Sammlung anhören und verwalten, Videos bearbeiten und brennen.

Fast jeder bringt PCs und Computer zwangsläufig mit einem einzigen Betriebsystem in Verbindung: Microsoft Windows. Die neuste "Schöpfung" lautet Vista, seine Vorgänger hießen XP, ME, 98 und 95.
Für viele Menschen stellt das eine unauflösbare Einheit dar, Computer = Windows, Windows = Computer. Doch das muss nicht sein.

Lange Zeit galt Linux, ein unter Open Source gestelltes und damit kostenloses Betriebsystem, zu Recht als ein Betriebsystem für Experten. Auch mit Computercracks, Freaks und Hacker wurde es in Verbindung gebracht. Das mag sein, man brauchte jedenfalls einen langen Atem, viel Wissen und einen gewissen Fetisch für IT-Fummeleien, um endlich das System nach seinem Vorstellungen umgebastelt zu haben.

Angefangen habe ich persönlich mit SuSE 9.3 . Nur ganz kurz: es war alles andere als einfach, aber um Linux zu verstehen war es super. Komplett anderes Dateiverständnis, unterschiedliche Ordnerstrukturen, viele Befehle auf der Kommandozeile, Hardwareunterstützung war lausig, die mitgelieferte Software war gewöhnungsbedürftig, die grafische Oberfläche nicht mit Windows zu vergleichen. Ein wenig verlor ich die Lust, OpenSuSE 10.1 sollte das retten – doch meine WLAN-Karte funktionierte immer noch nicht… doch dann erfuhr ich von Ubuntu.

Begrifflichkeiten 

Der Begriff "Ubuntu" kommt aus einer Sprache zweier afrikanischer Völker und bedeutet "Menschlichkeit" und "Gemeinsinn".

Maßgeschneidert 

Ubuntu kommt in verschiedenen Versionen daher. Ubuntu an sich wird mit dem GNOME Desktop ausgeliefert, Kubuntu dagegen hat als Standarddesktop KDE . Xubuntu kommt mit einer arbeitsspeicherfreundlichen Umgebung namens XFCE und Edubuntu ist speziell auf die Zielgruppe Schule und Kindergarten abgestimmt.
Ubuntu Studio hat alles an Bord, was für professionelle Multimediabearbeitung benötigt wird.

Persönlich sehr interessant finde ich die Ubuntu Server-Variante. Sie kommt ohne Desktop-Manager daher, bietet aber alle nötigen Pakete und Dienste für einen Server . Persönlich hatte ich beruflich mit dieser Edition zu tun und nutzte ihn als VMware-Server.

Die Desktops GNOME und KDE unterscheiden sich im "Look and Feel" und in der mitgelieferten Software. So benutzt KDE normalerweise den Konquerer als Browser, GNOME benutzt den Firefox. Grundsätzlich kann man alles nachinstallieren.
Da ich mit SuSE angefangen habe, war meine erste Wahl auch der KDE, doch bin ich inzwischen zum GNOME umgesattelt.

Alltagstauglich

Die Eingangs erwähnten Aufgaben sind Kriterien, die ein Betriebsystem heutzutage mitbringen muss.

Aufgabe  Programm 
E-Mails lesen und schreiben  Evolution und Thunderbird 
Im Internet surfen Konquerer und Firefox
Bilder bearbeiten Gimp
Bilder verwalten  F-Spot
Chatten (MSN, AIM, etc.)  Pidgin
Texte schreiben  OpenOffice Writer
Tabellenkalkulation OpenOffice Calc
MP3s hören und verwalten Rythmbox
Videos ansehen  Totem

Programme wie Thunderbird, Firefox, Gimp und OpenOffice sind schon seit einiger Zeit alte Bekannte aus der Windows-Szene. Sie unterscheiden sich kaum. Die Frage nach Huhn oder Ei stellt sich hierbei nicht, ganz wertungsfrei: Sie kommen aus der Linux-Welt.

Mit Sicherheit

Von Windows XP und Vista ist man es ja gewöhnt: Updates trudeln regelmäßig ein. Dies bleibt auch bei Ubuntu nicht aus. Geht man aber davon aus, dass Ubuntu gar nichts kostet und Updates dem Zwecke der Sicherheit, der Verbesserung und der Stabilität dienen, so installiert man sie gern.
Da die meisten Viren speziell auf Windows ausgerichtet sind, ist die Gefahr (noch) recht gering. Doch sollte der Anteil an Linux-Benutzer steigen, so wird auch das Risiko höher.

Da Linux/Unix aber ein konsequentes Rechtesystem hat, von dem man bei Windows nur träumen kann, und der Hauptbenutzer bei Ubuntu nur mit eingeschränkten Rechten unterwegs ist, braucht man nur bei der Passworteingabe vorsichtig sein.

Das Auge spielt mit

Es soll Windows-Nutzer geben, die nicht genug von der Aero-Oberfläche bekommen. Ich muss ja zugeben, es sieht nett aus. Wer nun glaubt, dass Ubuntu diesen Punkt an Microsoft verliert, der irrt. Reicht die Hardwareunterstützung aus und sind die richtigen Treiber installiert, so bringt auch Ubuntu Fenstertransparenz mit und setzt noch einen drauf: Der Desktopwürfel. Wird der Desktop zu voll, hat man die Möglichkeit zum nächsten zu schalten und dort weitere Programme laufen zu lassen und Dateien zu platzieren. Die Umschaltung zwischen zwei Desktops kann sich sehen lassen:

Compiz

Mutiger Affe

Die aktuelle Version heißt "Ubuntu 7.10 (Gutsy Gibbon)". Die 7 steht für das Erscheinungsjahr 2007, die 10 für den Erscheinungsmonat. Die Ubuntu-Macher Canonical geben jeder Version einen Spitznamen. Bisherige (noch unterstützte) Versionen sind:

  • 6.06 LTS Dapper Drake
  • 6.10 Edgy Eft
  • 7.04 Feisty Fawn

Erfahrungen

Edgy Eft war meine erste Erfahrung mit (K)Ubuntu. Die WLAN-Treiber waren zwar ein Krampf, doch überzeugte mich das Konzept. Die Installation von Feisty Fawn war dann nötig, weil erst ab dieser Installation ein kompletter Versionssprung möglich war, zuvor musste man für jede Version das System neuinstallieren, was nicht sehr anwenderfreundlich ist. Nun unterzieht man dem PC eine zweistündige Prozedur, die nahezu eigenständig abläuft, und das Upgrade ist geglückt. Seit Feisty Fawn ist auch der WLAN-Treiber mit vollständiger WPA-Unterstützung kein Problem mehr.

USB-Sticks werden blitzschnell erkannt und eingebunden. Selbst die Windows-Partition (mit NTFS formatiert) kann gelesen und beschrieben werden. 

Wine –  Windows-Programme unter Linux nutzen

Wann immer ich kann, nutze ich die Ubuntu-Installation – Windows nutze ich nur noch, falls ich Programme basierend auf Windows nutzen muss. Und das ist der einzige Nachteil: für Gamer ist Ubuntu kein Vorteil, zu viele Spiele sind nur in der Windows-Version verfügbar. Doch die Community hat reagiert und stellt mit "wine" eine Anwendung zur Verfügung, die es erlaubt, eine Windows-Laufzeitumgebung in Linux zu integrieren. Ich habe wine installiert, um PokerStars zu nutzen. Selbst CounterStrike:Source soll funktionieren.

VMware – Virtuelle Umgebung

Eine andere Variante wäre die Installation von VMware. Die Macher von Ubuntu und VMware arbeiten eng zusammen und geben gemeinsame Pakete heraus. Dank VMware ist es möglich, einen virtuellen Windows-PC unter Linux laufen zu lassen. Den müsste man nur starten, wenn man hartnäckige Windows-Programme starten möchte. Aber auch zum Ausprobieren von anderen Betriebsystemen kann VMware genutzt werden, man kann schließlig nichts falsch machen.

Hilfesuchend

Ubuntu ist frei und ebenso kostenlos ist auch die Hilfe. Das Internet bietet eine Unmenge an Informationen. Wie bei allen Communities gilt auch hier:

  1. Internetweite Suchmaschinen nutzen (z.B. google.de )
  2. Communityinterne Suchfunktion (SuFu) nutzen
  3. nachdenken 🙂
  4. Fragen im Forum stellen

Erste Anlaufstellen für Ubuntu-Benutzer, und welche die es werden wollen:

Eierlegende Wollmilchsau – die Linksys NSLU2

Jeder, der ein kleines Heimnetzwerk betreibt, kennt es: Multimedia-Daten wie Videos, Bilder, Musik, etc. lassen die Festplatte überlaufen, die Daten sind nicht zentral gelagert und evtl. nicht rund um die Uhr abrufbar. Abhilfe würde ein kleiner Server mit Netzwerkfreigaben schaffen, doch schluckt dieser nicht nur Platz, sondern auch Energie in Massen.

Eine gute Möglichkeit bietet die Linksys NSLU2(Spitzname SLUG), ein kleiner Kasten unwesentlich größer als eine Zigarettenschachtel und besitzt 2 Anschlüsse für USB-Geräte wie USB-Sticks oder externe Festplatten. Die Leistungsaufnahme liegt bei etwa 8-12 Watt.

Richtig interessant wird diese Wunderkiste erst, wenn man die Firmware(also das „Betriebsystem“) durch eine modifizierte ersetzt, was „flashen“ genannt wird (benannt nach dem Flash-Speicher, der die Firmware beinhaltet). Alles, was dann noch fehlt, um aus dem Kasten einen Server mit Diensten wie FTP, HTTP, LDAP, DNS, DHCP zu machen, sind ein paar Linux-Kenntnisse und Geduld.

Mit Hilfe von Apache und PHP lässt sich so also ein providerunabhängiger Webserver installieren, der rund um die Uhr laufen und mit Hilfe von einem DynDNS-Client jederzeit erreicht werden kann.

Die Firmware

Die bereits erwähnte Firmware gibt es in verschiedensten Variaten. Alle kurz vorgestellten Systeme sind prinzipell kleine Linux-Ausgaben und stehen unter GNU/GPL und sind damit OpenSource.

Die bekannteste Firmware ist unslung. Sie bietet zwar relativ wenig im Umfang, jedoch lassen sich recht schnell gute Ergbnisse erzielen. Außerdem kann man das System bequem mit IPKG erweitern. Desweiteren gibt es noch OpenSlug und Debian Sarge, wobei es sich beim zweiten um eine Firmware handelt, die komplett auf Debian-Basis werkelt. Ich habe mit unslung angefangen und bin vollkommen zufrieden.

IKPG und Softwarepakete

Wer normalerweise unter Windows arbeitet, wird wahrscheinlich erst einmal Probleme mit den veränderten Denkweisen unter Linux haben. So ziemlich am schwierigsten erscheint die Softwareinstallation. Unter Windows ruft man die setup.exe aus, so einfach ist es unter Linux leider nicht.
Linux-Software besteht aus binären Dateien, Bibliotheken und Konfigurationsdateien, die nicht alle im selben Verzeichnis liegen. Die zwei wichtigsten Filesystem-Orte sind für hinzugefügte Software daher /opt/etc/ für die Configs und /opt/sbin/ für die binären Dateien. Gestarten werden die Dienste per /opt/etc/init.d/Sxx.ABCDE. Die Zahl xx bestimmt die Reihenfolge, in der die Scripts beim Hochfahren gestartet werden – sie können aber auch von Hand gestartet werden. Mit killall abcd werden die Prozesse beendet, der Dienst gestoppt.
Linux-Software besteht aus Pakete, die man normalerweise zusammen sammeln müsste. Durch Abhängigkeiten können beim De- und Installieren chaotische Zustände entstehen, die das System komplett lahmlegen können. Zum Glück gibt es inzwischen gute Paketmanager wie apt-get oder ipkg. Auf der SLUG ist ipkg schon vorhanden.
Die wichtigsten Befehle für IPKG lauten IPKG update (zum Aktualisieren der Software-Listen), IPKG install abcde und IPKG upgrade (führt einen Rundum-Update für alle installierten Pakete durch)

Das Setup

Der Weg zu einem startbereitem Netzwerkserver sieht aus meiner Erfahrung wie folgt aus:

Neue Firmware installieren, danach das Betriebsystem auf einen USB-Stick(512 MB reichen aus) verlegen.
Dannn sollten per Webinterface die Verbindungsdaten ins Internet eingetragen werden, damit IPKG Software installieren kann. Außerdem sollte TELNET aktiviert und dauerhaft gemacht werden, um sich per Putty auf die NSLU2 einzuloggen.
Nun sollte die BASH installiert werden, die das Arbeiten auf der Console wesentlich vereinfacht. Einem neuangelegten Benutzer mit ROOT-Rechten kann die BASH als Startshell übergeben werden, aber nur diesem. Niemals dem ROOT die installierte BASH als Shell geben. Als immer gern gesehenes Tool ist der MidnightCommander bekannt, der das Arbeiten noch mehr vereinfacht, da er ähnlich wie der frühere NortonCommander agiert.
Als nächstes sollte der SAMBA über IPKG installiert werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass die Software aktuell ist, zum anderen, dass es sich damit um OPT-Ware handelt und die Änderungen auch nach einem Neustart immer noch vorhanden sind, ohne kompliziert herumzutricksen.

Hardware-Tuning

Die NSLU2 ist standmäßig von Linksys mit einer Taktfrequenz von 133 Mhz ausgeliefert worden. Nach Intels Angaben über den internen Prozessor ist ein Takt von 266 Mhz kein Problem. Um es kurz zu machen: Die Geschwindigkeit der CPU ist durch einen Widerstand auf dem Mainboard ab Werk heruntergetaktet worden. Der richtige Widerstand ist auf der Projektseite markiert.

Es gibt verschiedene Varianten den Widerstand sauber zu entfernen. Die einen entfernen ihn mit einer Nagelschere, andere mit einen Nagelknipser und andere widerum mit einem feinen Lötkolben. Wie man es auch angeht, man muss sehr vorsichtig sein und ins Bewusstsein rufen, dass damit die Garantie erlöscht.

Tipps & Tricks

DiversionScripts

Normalerweise ist die NSLU2 so konfiguriert, dass systemnahe Konfigurationen bei einem Neustart aus interne Speicher zurückgeladen werden, d.h. alle Änderungen, die selbstständig ohne Nutzung des Webinterfaces gemacht werden und die wesentlicher Bestandteil des Betriebes sind, werden bei einem Neustart zurückgesetzt.
Aus diesem Grund werden DiversionScripts verwendet. Sie stellen eine Art Sicherungsschicht da. Sollte etwas schief gehen, so können diese Scripte an einem Linux-Rechner bearbeitet oder gelöscht werden, ohne dass die ursprüngliche Konfiguration beschädigt wird.
Diese DiversionScripts werden unter /unslung abgelegt und heißen wie ihre ursprünglichen rc.xyz-Scripts, die unter /etc/rc.d liegen.

Ein Beispiel (rc.samba):
#! /bin/sh
# Falls keine Sicherheitskopie vorhanden, Sicherheitskopie anlegen
if [ ! -e /etc/samba/smb.conf.orig ]; then
cp -p /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf.orig
fi
# Eigene Konfiguration rueberbuegeln!!
#
cp -fp /home/smb.conf.eigene /etc/samba/smb.conf
#
return 1

Wenn ich nun die /home/smb.conf.eigene editiere, so wird jene Konfiguration beim Start übernommen, da erst dieses Script die Dateien austauscht und dann der Bootvorgang fortgesetzt wird.
Äquivalent habe ich auch eine rc.network für die Netzwerkeinstellungen erstellt oder eine rc.xinetd für die TELNET-Aktivität.

NTFS

Eine NTFS-Platte an die NSLU2 zu hängen ist nur möglich, wenn sich diese Platte auch am 1. Port befindet. Am zweiten Port funktioniert NTFS nicht. Bedingung ist außerdem, dass es sich um die 6.8er Version von unslung handelt. Meine Empfehlung ist daher, die Platte am 2. Port mit FAT32 zu formatieren, dann kann man sie auch an Windows-Rechner hängen.

VFAT

Die Spezialausführung des Dateisystems FAT 16 scheint einige Probleme zu machen. Teilweise war es erforderlich die Festplatte zu entfernen, HDD rauf- und runterzufahren und zu remounten. Die Symptome waren seltsame Zeichen und Dateien, die nicht mehr zu öffnen sind. Desweiteren lief die Platte dann durch, die Betriebslampe leuchtete durch, obwohl es keine weiteren Zugriffe gab.

Inzwischen ist dieses Problem aber behoben. Nachdem ich die Festplatte auf dämpfende Schaumstoffpuffer gelagert und einen Kühlkörper draufgesetzt habe, macht die Festplatte keine Probleme mehr.

Midnight Commander

Eine gute Möglichkeit, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen ist die Installation des Tools Midnight Commander (kurz MC), der es ermöglicht schnell durch das Dateisystem zu wandern. Vom Aufbau her ähnelt der MC stark dem Norton Commander aus DOS-Zeiten.

Quellen

Viele Informationen über die NSLU2 findet man natürlich im Internet. Hier meine häufigbenutzten Seiten:

Weiterbearbeitung des Themas

In nächster Zeit werde ich die Aufbereitung weiter verfolgen und meine Erfahrungen niederschreiben.