Mit WATO Hosts einpflegen

Ich hatte ja vorab schon über OMD berichtet, dessen wesentlicher Bestandteil die „Kettner-Fraktion“ bestehend aus check_mk und mk_livestatus ist sowie Multisite und WATO.

Dank OMD braucht man sich nicht mehr um das ganze Zusammenspiel der Gewalten kümmern, beim Erstellen einer Instanz steht das ganze Drumherum um Nagios out of the Box zur Verfügung.

Die genannten Komponenten erfüllen folgende Zwecke:

  • check_mk ist ein Check in Nagios, der seinerseits wiederum eigene Checks auslöst und die Ergebnisse Nagios wieder als passiven Check unterjubelt. Zum Auslösen der Checks werden entweder der check_mk-Agent oder das Standardprotokoll SNMP verwendet. Zum „Unterjubeln“ wird mk_livestatus verwendet.
  • mk_livestatus ist ein Nagios-Broker, das heißt, es ist eine Schnittstelle, um Nagios Werte einzupflanzen oder zu entnehmen. So kann bspw. NagVis direkt mk_livestatus ansprechen, um die Status der Hosts zu empfangen. Früher wurde dafür NDO verwandt.
  • Multisite ist ein Webfrontend, das verschiedene mk_livestatus-Server als Backend verwalten kann. Somit kann man sich mehrere unabhängige Nagios-Server auf einer Oberfläche anzeigen lassen.
  • WATO bedeutet ausgeschrieben „[Check_MK’s] Web Administration Tool“ und ermöglicht das Anlegen von Hosts sowie das Hinzufügen von (Check-MK-)Services über ein Webinterface, das in Multisite integriert ist.

(Wenn man ganz ehrlich ist, hat Matthias Kettner basierend auf Nagios ein eigenes Monitoring-System geschrieben, bzw. eine eigene MK-Welt on top. Einzig die Benachrichtigungen, Eskalationen, Auswertung des Status-Meldungen, Flapping, etc. wird weiterhin von Nagios durchgeführt.)

Ordnung schaffen

Klickt man das erste Mal auf „WATO – Configure Hosts and Services“ verlangt WATO das Anlegen einer Hostliste:

Beim folgenden Dialog gibt man einfach einen Namen an und sagt, wer darauf Zugriff haben darf. Admin sollte erstmal reichen. Ich habe zusätzlich Ordner angelegt, um die Hostlisten nach Standorten zu sortiert. So kann man Hamburg, Berlin, Köln, München anlegen und darin wiederum Hostlisten für die Geräte, bspw. Netzwerk, Server, Kameras, Drucker anlegen.
Warum? Man kann mit Hilfe von Tags in WATO die Config beeinflussen, die für Nagios erstellt wird. Und diese Tags können durch Ordner oder Hostlisten vererbt werden. So können alle Geräte in Hamburg ein Tag bekommen, um die Ping-Antwortzeiten zu erhöhen oder ein Tag in München, um den Regionalleiter zu benachrichtigen. Man kann Hosts beliebig oft in andere Listen verschieben, hier ist also nichts in Stein gegossen.

Hosts mit Tags versehen

Gut, befindet man sich in einer Host-Liste, kann man per New Host einen neuen Host anlegen. Im Dialog einfach einen Namen vergeben und die Adresse eintragen.

Es folgt der Klick auf „Save & go to Services“. WATO wird nun versuchen, den check_mk-Agent auf dem Host zu kontaktieren. Wir wollen aber ein Netzwerkgerät per SNMP auslesen. Dazu müssen Tags her.
Dazu öffnen wir die Datei multisite.mk und fügen Tag-Dropdowns ein (ziemlich weit unten ist eine Sektion mit einer WATO-Schrift…):

Und das kann nun rein:

Achtung: In den *.mk-Dateien befindet sich Python-Code. Bitte die Syntax-Regeln für Python (vor allem die Einrückungen) beachten.

Außerdem muss check_mk noch gesagt werden, wie die SNMP-Communities lauten:

bulkwalk_hosts muss für SNMPv2 hinzugefügt werden, snmp_communities enthält eine Liste mit Communities:

Finishing

Jetzt einfach wieder in WATO den Host bearbeiten, bei den nun erscheinenden Tags unter „Bulkwalk (SNMP v2c)“ selbiges nochmal auswählen und nach Services suchen lassen. Ggf. einen Full Scan durchführen. Oben in der Leiste erscheint nun „ChangeLog“ gelb (Änderungen!), einmal darauf klicken, noch einmal auf „Activate Changes!“ und Nagios wird samt neuer Config neugestartet. Fertig!

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