OMD: Nagios ganz einfach

Wer im Netzwerk- oder Serverbereich ans Monitoring denkt, denkt in der Regel an Nagios. Meiner Meinung nach kommt an dieses System in der Mächtigkeit, Komplexität und Erweiterbarkeit nur HP OpenView (Nagios im Vergleich) heran, aber bis man OpenView soweit lizensiert hat, ist man sehr schnell arm. Man kann schon im 6-stelligen Euro-Bereich rechnen.

Wer sich schon mit Nagios beschäftigt hat, wird seine Config-Dateien hegen und pflegen. Problematisch wird es nur, wenn ein Kollege oder irgendwer anders dort durchsteigen soll. Auch eine Neuinstallation from the scratch wird enorm zeitaufwändig, bis alle Module und Erweiterungen eingerichtet sind. Und nichts ist nervenaufreibender, wenn man unter Zeitdruck ein Monitoringsystem wieder einrichten muss…

OMD vereinigt nicht nur Nagios (und dessen Forks) mit den Erweiterungen, sondern als Entwickler auch namhafte Mitglieder der Community. Einer der Haupttreiber ist Matthias Kettner, bekannt von Check_MK.

Man darf nicht denken, dass OMD eine neue Linux-Distribution ist, es ist wie ein Werkzeug, um Nagios samt Erweiterungen zu managen. Dazu gehört das Erstellen, Starten, Stoppen, Wiederherstellen und auch das „Wegwerfen“ von kompletten Instanzen.

Installation

Von http://omdistro.org/download holt man sich das Paket für seine Distribution. Ich habe bislang die Ubuntu-Pakete genutzt. Zwar sind es .deb-Pakete, jedoch benötigt man gdebi, um es zu installieren:

In diesem Fall habe ich das Paket für Ubuntu 11.10 „Oneiric Oncelot“ in der 64-bittigen Variante genutzt. Gdebi löst nun die Abhängigkeiten wie gewohnt auf.

Einrichtung

Und schon steht eine fertige Nagios-Umgebung bereit. Eine eigene Shell für OMD steht bereit, wenn man zum Nutzer der OMD-Instanz wird:

 Beilagen

Mit OMD werden die wichtigsten Frontends, Backends und Erweiterungen mitgeliefert:

  • Nagios
  • Shinken
  • NagVis
  • pnp4nagios
  • check_mk + mk_livestatus + multisite + WATO
  • Thruk

Steuerung

Ruft man OMD ohne Parameter auf, zeigt sich die volle Funktionalität:

Fazit

Komplett getrennte Test- und Echtinstanzen innerhalb weniger Minuten, was will man mehr. Die Entwickler von OMD wissen, was Nagios-Admins wollen. Einfacher und flexibler war Nagios nie. Und wenn man den Core gegen Shinken tauschen möchte, dann ist das ebenso möglich, wie ein Update von Nagios selbst. Natürlich pro Instanz getrennt, um ausgiebig testen zu können.
Einzig die Dokumentation von OMD und Check_MK lassen noch ein wenig zu wünschen übrig. Weitere Infos findet man dagegen auch im Blog von Lars Michelsen, auf klimmbimm.de wird OMD mit einem anderen Nagios-Paket verglichen und Simon Meggle beschreibt sehr ausführlich den Aufbau eines Clusters für OMD. Unter check_mk – Nagios ganz einfach finden sich Konfigurationsbeschreibungen für Check_MK.

Verwandte Posts:

6 Gedanken zu „OMD: Nagios ganz einfach

  1. Hallo,

    vielen Dank für Deine hilfreiche Anleitung. Ich habe das System jetzt bereits auf 3 verschiedenen Systemen installiert. Allerdings immer als virtuelle Maschine auf einem vSphere 5.1, vSphere 5.5 und ESXi 5.5 Server.

    Benutzt habe ich dafür jeweile Ubuntu 12.04.4 LTS 64 Bit und das Paket http://files.omdistro.org/releases/debian_ubuntu/omd-1.10_0.precise_amd64.deb

    Leider läuft die MK_Check Oberfläche jedesmal sehr instabil (ständig erscheinen Fehlermeldungen in den einzelnen Fenstern wie z.B. „Missing the variable view_name in the URL“, „Internal error:: ‚user‘ (Retry with debug mode)“, „Internal error:: ’svc_check_command‘ (Retry with debug mode)“ oder „Internal error:: html instance has no attribute ‚multisite_views‘ (Retry with debug mode)“) die nach einigen malen neuladen der Seite dann weg sind).

    Ich habe das Problem auch schon mal gegoogelt und mitbekommen das dieses Problem wohl seit der OMD Distri 0.5x vorwiegend bei 64 Bit Ubuntu 12.04 Systemen besteht. Eine Lösung habe ich aber nicht gefunden.

    Weiß da jemand was genaueres? Ich selbst werde mal die Installation auf einem 32 Bit Ubuntu probieren…

    LG Micha

    1. Hi,

      leider kann ich diese Probleme nicht nachvollziehen. Lasse seit knapp Jahren auf einem Ubuntu 12.04 64bit OMD laufen. Die älteste OMD-Version, die ich auf dem System gefunden habe, waren omd-0.56, omd-0.57.20130103 und omd-0.57.20130503. Die anderen habe ich wahrscheinlich schon runtergeschmissen. Auf Arbeit haben wir bis vor einen Jahr eine ähnliche Konstellation gehabt, auch ohne diese Probleme.

      Meine Main-Site habe ich grade gecloned und auf OMD 1.10 aktualisiert… keine Fehler. Hast du den Debug-Modus mal aktiviert?

      Gruß, Dennis

Schreibe einen Kommentar