Private Cloud-Dienste

iCloud, TelekomCloud, Dropbox – Cloud-Dienste sind in aller Munde. Auch die CeBIT 2012 stand im Zeichen der Cloud. Fragt man herum, was eine Cloud ist, so gibt es bei 100 Leuten mindestens 100 Antworten.

Eines haben alle die meisten Definitionen gemein: zentralisierte Dienste, und eine skalierbare Plattform. Dazu werden Clients benötigt, die die Daten medienbruchfrei in das jeweilige Betriebssystem integrieren. Welche Dienste das sind, das ist von der jeweiligen Zielgruppe abhängig.

Im Privatumfeld sind das in der Regel Kalender, Kontakte, Bookmarks, Bilder/Fotos, Filme und Musik. Das sind alles Daten, die ich ungerne außerhalb meines Hoheitsgebietes lagern möchte, geschweige denn in einem anderen Land oder einem anderen Kontinent, die sich möglicherweise nicht um Datenschutz scheren. Darum schaue ich mir ownCloud mal genauer an, das diese Funktionalitäten bieten soll und auf Ubuntu auf meinem Heimserver laufen kann.

Erreichbarkeit

Vorraussetzung für eine Cloud-Lösung, die auch reibungslos mit dem Handy oder Netbook von unterwegs funktionieren soll, ist entweder eine feste IP oder aber ein DDNS-Dienst. Früher war DynDNS sehr beliebt, doch ist dieser Dienst nicht mehr kostenlos verfügbar. Bevor man sich bei einem anderen Dienst anmeldet, sollte man abklären, ob sein DDNS-Client (im Router oder inadyn) auch entsprechende Dienste beherrscht.

Vor- und Nachteile von privaten Cloud-Diensten

Nachteile

  • Aufwand für Einrichtung und Konfiguration
  • Hoher Aufwand für IT-Sicherheit, wie z.B. Vandalismus, Datendiebstahl, Hopping ins private Netz, Diebstahl der Geräte, Feuer, Wasserschäden, etc.
  • Aufwand für Datensicherung (oder Redundanzen)
  • Keine Regressansprüche bei Softwarefehler
  • Stromkosten
  • nichts für IT-Laien

Vorteile

  • kontrollierter Datenschutz
  • Selbstkontrolle
  • flexibel um Funktionen erweiterbar
  • keine Gebühren
  • wenn OpenSource und tolle Community: hohe Innovationskraft
  • wenn OpenSource: eigene Plugins

ownCloud 1.1

Ich gehe hier von einem frisch aufgesetzten Ubuntu Server 11.10 aus:

Nun erreicht man das Webinterface unter folgender URL: http://[ip-host]/owncloud/ . Ubuntu 11.10 bietet leider nur ownCloud v1.1 an, aktuell (03/2012) steht aber schon v3.0 zur Verfügung.

Hier startet nun der „First Run Wizard“, der Infos wie Nutzername, Passwort, Datumsformat und DB-Credentials abfragt. Diese Dinge sollte man also vorab bereithalten.

Nach dem erneuten Login erreicht man ein spartanisches Webinterface. Der Upload per Webinterface klappte bei mir nicht, aber dafür die WebDAV-Einbindung des Ubuntu Filemanagers. Trotz eines aktivierten Plugins für Musik-Wiedergabe spielte das Webinterface keine MP3s ab, bei WAV-Dateien hat zumindest ein Versuch stattgefunden.

ownCloud 3.0

Um die 3.0er Version zu testen griff ich zur Ubuntu 12.04 Beta (Codename Precise Pangolin), praktischerweise ließ sich so Ubuntu und ownCloud gleichermaßen testen.

Die Installation ist gleichermaßen einfach:

Es wird ein Paketkonflikt festgestellt. Hierbei kann der erste Vorschlag mit Yes angenommen werden. Beim Aufruf der URL http://[ip-host]/owncloud/ wird wiederum ein Einrichtungsassistent gestartet. Die benötigten Informationen reduzieren sich auf Nutzername und Passwort für den ownCloud-Admin sowie für die Datenbank. Der DB-User sollte vorher bereits angelegt werden. Am besten installiert man sich phpmyadmin daher gleich mit.

Um das Upload-Maximum zu erhöhen und ownCloud per https erreichen zu können, müssen folgende Schritte durchgeführt werden:

Spaß in der Cloud

Schon der erste Eindruck ist super. Viele liebevolle Effekte in den Dialogen, AJAX an allen Ecken und Enden, ein funktionierender MP3-Player, ein Text-Editor mit GeSHi zum Scripten, Uploads sind bequem per WebDAV möglich.

URLs

Wenn man die einzelnen Dienste der Cloud vom PC aus oder per Smartphone erreichen möchte, dann benötigt man die folgenden URLs:

WebDAV: https://[ip-host]/owncloud/files/webdav.php
CalDAV: https://[ip-host]/owncloud/apps/calendar/caldav.php
CardDAV: https://[ip-host]/owncloud/apps/contacts/carddav.php
Ampache: https://[ip-host]/owncloud/apps/media/

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