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UNE und Unity

Seit einigen Tagen besitze ich nun einen kleinen Asus EeePC 901. Und Ubuntu möchte gerne wieder rauf, das war eine Bedingung. (Mein alter 701er EeePC ist mir zu klein geworden, er fungiert nun als kleiner Server im Netzwerkschrank.)

Nun habe ich in der Vergangenheit nicht die besten Erfahrungen mit Ubuntu auf einem EeePC gemacht. Die Akkulaufzeit war echt kurz, die Fenster viel zu groß für den schmalen Bildschirm und richtig flüssig und performant lief das Ganze auch nicht. Nun sind diese Angaben sehr subjektiv, aber wer mag, kann ja einfach mal Ubuntu 8.04 auf einem EeePC 701 installieren…

Nun, inzwischen gibt es ja Ubuntu Netbook Edition (früher Ubuntu Netbook Remix). Der Unterschied zum normalen Ubuntu ist vor allem der an Netbooks adressierte Desktop Manager Unity.

Das klassische Menü links oben mit Anwendungen, Orte, System ist verschwunden. Dafür existiert an der linken Seite eine Starterleiste. Nach der Installation finden sich dort der Firefox, Empathy (Chat-Client), Evolution (E-Mail & Organisation), Cheese (Webcam-Tool), Rythmbox (Musicplayer), Ubuntu Software-Center, Arbeitsflächen, Dateien & Ordner, Anwendungen und der Mülleimer. Geöffnete Programme finden sich ebenfalls dort wieder. Welche Programme offen sind, erkennt man in der Leiste an den Pfeilen. Sind mehr Programme offen als die Leiste Platz bieten, beginnt sie die Elemente zu stapeln. Bewegt man die Maus darauf nach oben oder unten, scrollt die Leiste mit. Insgesamt erinnert das stark an Apples Dock nur nicht so ausgereift.

Durch Unity wird bei einer Fenstermaximierung alle Bedienelemente in die obere Leiste verbannt. Somit steht mehr Platz für das eigentliche Fenster zur Verfügung. Bei Evolution scheint das aber noch nicht zu klappen. Ein Maximieren des Fensters ist derzeit nicht möglich.

Was gefällt mir gut? Es erscheint sehr flüssig, die Starterelemente sind schnell griffbereit. Alles, was dort zu finden ist, ist praktisch nur ein bis zwei Mausklicks entfernt. Das System nimmt jeden Befehl unmittelbar an, von der gefühlten Performance bin ich begeistert. Ideal für unterwegs. Optisch wurde es an das „normale“ Ubuntu angepasst – das soll bei früheren Unity-Versionen noch nicht der Fall gewesen sein.

Dagegen habe ich auch einiges zu bemängeln: Das Programm Mutter stürzt ab und an ab. Während dessen baut sich der Desktop mehrfach neu auf. Irgendwann erschien Dateimanager nicht mehr in der gewohnten Optik, sondern in dem platten Design von vor 4 Jahren. Ist man vom Desktop-System gewohnt, alles über die drei Menüs links oben zu erreichen, so muss man nun komplett umdenken. Ich wollte auf die Netzwerkumgebung zugreifen (auf dem 701-Server läuft ein Samba) und fand „Verbinden mit Server“ o.ä. einfach nicht. Es sind zwar Unmengen Verweise auf „Verbinde dich mit Freunden“, „Verbinde dich mit Ubuntu“, aber das naheliegendste bei einem Netbook wurde ignoriert. Immerhin ist das lokale LAN wahrscheinlich die Hauptsammelstelle für Medien.
(achso: man geht einfach auf „Dateien & Ordner“, klickt auf irgendeinen Ordner, dann erscheint links oben ein Ordnersymbol. Darüber öffnet man den Dateimanager. Sobald er in der Starterleiste ist, wird er mit Rechtsklick und „Im Startmenü behalten“ dauerhaft in der linken Leiste angezeigt. Dort gelangt man auch auf das Netzwerk.)

 

Fazit: Insgesamt ist die Ubuntu Netbook Edition gelungen. Ubuntu besitzt schon eine große Fangemeinde, wer dann nicht auf dem Netbook darauf verzichten will, ist mit der UNE gut beraten. Im übrigen wird ab Version 11.04 (Natty Narwhal) Unity standardmäßig auf dem Desktop eingesetzt. Man soll wohl die Wahl bei der Anmeldung zwischen der Classic- und Unity-Variante haben.

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